Ich wollte doch nur einen Hund..........

von "Retti" ;-) 

 

Ja, “Ich wollte doch nur einen Hund" oder die kurze, aber lange Geschichte wie ich zu meinem Hund kam.

Begonnen hatte es 2010 als unser ältester Hund “Frisbee" mit 17 Jahren an Nierenversagen starb.

Alles was nun folgte ist es wert niedergeschrieben zu werden.

In loser Folge werde ich hier also die Geschichte erzählen, was man so alles mitmacht, durchmacht, erlebt und mit fassungslosem Erstaunen feststellt,

wenn man doch nur einen kleinen Hund haben möchte.

 

Begonnen hatte alles im Juni 2010, nachdem unser Frisbee über die “Regenbogenbrücke" ging, hinterließ er ein riesen Loch in unserem kleinen Rudel.

Ich googelte mich durch diverse Kromfohrländer-Züchterseiten und fand auch einige in meiner näheren Umgebung, soweit ist also alles gut gelaufen

und nun fing es an. Eine aktuelle Wurfliste angefordert, diverse Züchter wurden angerufen, ich wurde auf die Wartelisten gesetzt und was dann so alles passierte,

das werde ich hier aufschreiben...........................................

Jetzt werden einige fragen. “Was sind denn Kromfohrländer?"

Naja, das ist eine der  jüngsten deutschen Hunderassen. 

Nach einigen Wochen warten, ohne viel zu telephonieren, kamen die Absagen, der eine sagte ich hätte mich zu spät auf die Liste setzen lassen, die andere meinte ich habe zu wenig angerufen, der nächste teilte mit es war sowieso nicht mehr möglich weil ja alle Welpen schon zugesagt waren.

Toll! Klasse! Telephonieren? Und was besprechen? Ich dachte, es ist wie bei meinen anderen Hunden auch, man bekundet sein Interesse für einen Welpen, fährt einmal zum Züchter für ein persönliches Gespräch, dann noch einmal um sich einen Welpen auszusuchen und im Alter von 8-10 Wochen holt man den Kleinen dann ab.

Fehlanzeige! Bei den “Kromis" läuft alles ganz anders! Telephonieren ist für manche Züchter das A&O, mindestens einmal die Woche anrufen, fragen was die “Mama" so macht und nach der Geburt der Welpen nach deren Befinden zu fragen scheint wohl das Maß der Dinge zu sein. Doch ich bin nicht gerade eine aufdringliche Persönlichkeit und denke mir, daß ein Züchter mit den Welpen schon genug um die Ohren hat und möchte dabei nicht auch noch mit meinen Anrufen nerven, aber ich lernte dazu und nahm mir vor beim nächsten Mal öfter anzurufen.

Mit diesem Wissen bestellte ich, einige Monate später, eine aktualisierte Wurfliste..................................................

 

Das Procedere begann von Neuem, bei den Züchtern anrufen, auf die Liste setzen lassen und dann warten bis die Wurfmeldungen kommen, oder sofort bei denen anrufen die schon Welpen haben, dann weiter telephonieren, Auskunft geben wer und was wir sind, wo und wie wir wohnen, ob wir oft außer Haus sind, ob ein Garten vorhanden ist usw.

Selten habe ich mich so “entblößt", dabei ging es doch nur um einen kleinen Hund, ich wollte doch keinen Millionenkredit von der Bank.

 

Und was man natürlich immer erst später gewahr wird, ist die Sache mit den möglichen Krankheiten einer, in der Population so kleinen Rasse. Das sagte mir keiner der Züchter, das erfuhr ich erst später. Populationsgenetik ist in der Hundezucht für viele Züchter ein Buch mit sieben Siegeln, es wird verpaart ohne Sinn und Verstand, Hauptsache man bringt die Welpen an die Käufer. Dazu als Beispiel dieser Link.   

 

http://www.chantundamuntogna.com/populationsgenetik.htm     

 

Nun noch ein Link zu einer sehr informativen

Seite, auf welcher u.A. auch sehr ausführlich über das Thema Kromfohrländerzucht und Züchter und die Unwissenheit mancher Käufer gesprochen wird.     

 

http://www.tubavonderholderheide.ch/gastrecht_7.htm     

 

Anhand dieser Beispiele kann man sehen wie vieles gehandhabt wird um die Welpen an den Käufer zu bringen. Auch sehr wichtig zu lesen ist der letzte Absatz in dem von einer Kromihalterin berichtet wird, welche ihre Hündin ankören lassen möchte um mit ihr zu züchten,  dann aber, als verantwortungsbewusster Mensch, diese Richtung doch nicht einschlug. Warum? Einfach nachlesen !

 

Nun möchte ich ein Wenig abschweifen.

Am 20. Juni 2011 verstarb unser Sheltie Nicki überraschend mit 14 Jahren an Nierenversagen, fast auf den Tag genau wie Frisbee ( 21. Juni 2010),  das war ein großer Schock für uns, da er bis dahin, dem Alter entsprechend, noch topfit war. Mehr dazu auch nicht, es sollte nur eine Einleitung zu Folgendem sein.

Auf der Suche nach einem neuen Freund für unseren kleinen Fritz(i) durchstöberten wir diverse Internetseiten nach einem “Notfallhund”, soll heißen, wir suchten einen Sheltie mit 1-3 Jahre, der ein neues Zuhause sucht. Um das nun auch etwas abzukürzen, das ist eine andere Geschichte, wir bewarben uns bei einigen Züchtern, riefen an, besprachen Details, lernten einige nette Leute kennen, aber, das Schicksal ist manchmal ungerecht, wurde es nie etwas. Entweder mochten sich die Hunde nicht, oder wir waren als Bewerber nicht an erster Stelle.

Nun kam mir aber das Glück etwas entgegen,  am 25.08.2011  wurden wunderschöne Sheltie Welpen angeboten. Und das Erfreuliche, nach einem kurzen Telephonat mit Terminabsprache für ein erstes Treffen, dem, nach drei Tagen erfolgtem Besuch von mir mit Welpen aussuchen, Namen geben, einem netten und freundlichem Gespräch, kam nun der Kleine am 25. September 2011 zu uns.  Es geht also auch anders, ohne Stress und Ärger,...............................

.......................................... das steht in krassem Gegensatz zu fast allen, von uns angerufenen, Kromi-Züchtern, auch dort gibt es natürlich nette, freundliche Menschen, nur haben wir wohl fast immer die falschen kontaktiert.

Mit einigen Züchtern/Kromihaltern stehen wir nun in freundschaftlichem Kontakt, man trifft sich zu Hundespaziergängen oder einfach nur zu einem Pläuschchen am Nachmittag, oder “palavert” etwas via Telephon oder auf  facebook.

 

Wie gings nun weiter?

Gebranntes Kind scheut das Feuer! Ich ließ mich bei mehreren Züchtern auf die Listen setzen. Rief immer an, zwar etwas unregelmäßig, aber ich meldete mich bei allen, obwohl mir schon langsam die Themen ausgingen, ich wußte nicht mehr wem ich was  erzählen sollte (oder wem ich schon was gesagt hatte). Eine Dame machte es mir da schon etwas einfacher, sie sprach fast ohne Unterbrechung, ich kam bei ihr kaum zu Worte, irgendwann wollte ich nicht mehr, hatte einfach keine Lust mehr dort anzurufen. Wir regelten neu, wer von uns nun wen anruft. Auch vergeht einem die Lust, wenn man sich über das Telephon von eigentlich fremden Leuten abkanzeln lassen muß.  Da fragt man sich schon was das soll, warum das so ist. Hat man etwas falsch gemacht, oder ticken die einfach nur so schräg. (?)

Auch meldete ich mich wieder beim ersten Züchter, welchen ich 2010 schon anrief, dort aber leider keinen Welpen bekam, weil ich am Ende seiner Liste stand. Warum ich das tat? Weil seine Hunde meinem Frisbee am ähnlichsten sehen, darum. Außerdem wurden wir dort sehr freundlich behandelt, die Telephonate liefen  informativ ab, bis auf die Tatsache, daß auch von dort kein Hinweis auf eventuelle Krankheiten, Gendefekte, Immunschwächen oder den Inzuchtquozienten dieser Rasse hingewiesen wurde. Dazu später noch etwas mehr. Aber seit Anfang 2011 kannten wir uns schon persönlich, was mir sehr wichtig erscheint.  Denn ich möchte auch gerne wissen mit wem ich es zu tun habe, wie das Umfeld für die Hunde ist, wie mit den Hündinnen umgegangen wird, wie die Welpen aufgezogen werden! Ich ließ uns in zweiter Reihe auf seine Liste setzen, wenn also ein Käufer abspringen sollte haben wir vielleicht Glück und kommen an seine Stelle.  Seit diesem Datum sind wir auch mit einer netten, freundlichen Züchterin aus unserer Nähe bekannt, auf deren Liste standen wir auch, leider hat es mit der Hündin nicht geklappt, sie ließ sich nicht belegen.

Ich schickte einige Bilder von unserem Frisbee an die Züchter, ich dachte, die Photos sind besser als alle Versuche den gewünschten Hund zu beschreiben. Mit dem Satz, das der Welpe so ähnlich ausschaut, weil wir gerne einen Hund möchten der uns etwas an unseren Frisbee erinnert. Ist doch verständlich, oder? Leider kam auch das nicht so gut bei einigen an. Da kamen Sprüche wie: "Wir suchen für Sie schon den passenden Hund aus!"  Ja, toll, wo sind wir denn hier gelandet?  Oder auf die Frage, ob wir einmal vorbei kommen könnten kam die Antwort.

“Warum denn, ich kann schon am Telephon entscheiden welcher Hund zu wem paßt." 

Was soll man dazu noch sagen? Wir wollten einen rauhaarigen Kromfohrländer der vom “Gesicht" her unserem Frisbee ähnelt.  Das wußten alle, wir hatten es mehrfach wiederholt!

Als nun die "frischen" Welpen bei den Züchtern waren, man   erste Photos auf den HP´s sehen  konnte, suchten wir uns zuhause einige Welpen aus. Uns war klar, daß sich kleine Hunde noch verändern, das man nach den ersten Bildern kaum sagen kann wie der erwachsene Hund aussehen wird, aber trotzdem, einige waren schon sehr nahe an Frisbee. Zum Schluß blieben zwei Welpen übrig.

Der “Tag der Wahrheit" rückte näher, wir hatten uns für einen Züchter entschieden, bei einigen ließen wir uns von der Liste streichen, es schien ja schon geklärt von wem wir unseren kleinen Hund bekommen werden.  Bei einem Züchter stehen wir noch in zweiter Reihe an, man weiß ja nie wie es ausgeht. Falls wir uns mit diesem Verhalten bei dem einen, oder anderen Züchter etwas unbeliebt gemacht haben sollten, entschuldigen wir uns hiermit, falls er das hier lesen sollte und sich in dieser Erzählung wiedererkennt. Aber es war das Resultat aus all dem was uns bis jetzt widerfahren ist.

Die Ernüchterung kam, als der Tag der Welpenabgabe kam, bis auf zwei Welpen waren alle vergeben. Für uns blieb ein kurzhaariger “über”, für mich sah der Kleine aus wie ein zu groß geratener Jack Russel, nicht wie ein rauhaariger, bärtiger Kromfohrländer! NEIN! Den wollten wir nicht haben. Also sagten wir ab, mit der Begründung, daß dieser Hund niemals so ausschaut, wie wir ihn uns vom Züchter gewünscht hatten.

Jetzt, Monate später wurde uns zugetragen, daß auch bei diesem Wurf gesundheitsmäßig nicht alles bestens sei.

Der Ärger war groß bei uns, und das sogar zweifach, hatten wir uns doch bei fast allen abgemeldet. Im Nachhinein möchte ich jetzt sagen, daß wir von zweien, nach eigener Aussage auch einen Welpen bekommen hätten. Aber wir standen noch in zweiter Reihe. Ich rief also dort an, erzählte unsere Geschichte mit dem “Fast-Jack-Russel-Kromi" und erfuhr, daß wir einen Hund von ihnen bekomme würden. Na, da war die Freude groß.

Das war ein Erfolgserlebnis, endlich einmal keine schlechte Nachricht in Sachen Welpenkauf.  Wir fuhren also zum angegebenen Tag zum Züchter, sahen die Welpen und für uns war es klar, diesen oder keinen! Selbst ausgesucht, nicht per Telephon zugeteil! Und dann durften wir uns auch noch aus der Liste den Namen aussuchen, was will man mehr? Bis jetzt war alles “Eitel Sonnenschein" bei uns. Gut gelaunt fuhren wir, nach einigen Stunden “Palaver" und mit den Welpen spielen, nach hause. Nun konnten wir den Tag kaum erwarten, bis wir endlich den Kleinen zu uns holen dürfen.

Gute fünf Wochen später fuhren wir, Kerstin, ich und Nicki, los und holten den Kleinen ab.

Wir blieben noch etwas beim Züchter, redeten, ich machte einige Photos von Fritzis Geschwistern, dann kam das Geschäftliche.

Kerstin unterzeichnete den Kaufvertrag, der hat es in sich ;-), bezahlte, für mein Verständnis zu viel für einen Kromi, aber was macht man nicht alles, wenn man unbedingt diesen einen Hund möchte. Im Nachhinein betrachtet mußten wir fesststellen, daß einige Welpen "günstiger" abgegeben wurden, warum auch immer.

Dann bekamen wir noch unser "Welpenpaket", viele Leckerlies, Futter und Spielzeug.

Es folgte die Verabschiedung, wir machten uns auf den Rückweg.

Der Kurze hatte gute zwanzig Minuten "Trennungsschmerz", er jaulte und fiepte, dann kuschelte er sich an seinen neuen Kumpel Nicki und schlief ein. Mit einigen Pipipausen ;-) kamen wir nach 1 1/2 Stunden zuhause an. Fritz(i), wie wir den Kleinen von nun an nennen, rannte sofort in den Garten, beschnupperte alles und nahm sein neues Reich sofort an.

Alles hätte so schön werden können, wenn nicht Nicki überraschend an Nierenversagen, wenige Wochen später verstarb.

Fritz(i) hatte sich so an ihn gewöhnt und hatte eine sehr starke Bindung zu ihm aufgebaut, so daß wir, so schnell wie möglich, einen neuen Spielgefährten für ihn finden mußten. Obwohl ich, nach Nickis Tod, nicht sofort einen neuen Hund haben wollte (konnte).......

 

Aber das ist eine andere Geschichte.  

 

 




 

 

 

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